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Länderporträts
Internationale Mitarbeiterbefragung

Arbeitszufriedenheit und Führungsstile im internationalen Vergleich


Im Rahmen einer überbetrieblichen internationalen Mitarbeiterbefragung hat das geva-institut 11.000 Berufstätige aus 25 Ländern zu verschiedenen Merkmalen ihrer Arbeitszufriedenheit sowie zum bevorzugten Führungsstil befragt. 

In unseren Länderporträts stellen wir Ihnen regelmäßig Auszüge aus den Befragungsergebnissen zu den Themen Arbeitszufriedenheit und Führungsstil in einem bestimmten Land vor.

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Internationale Mitarbeiterbefragung Schweiz

Länderporträt Schweiz


Arbeitszufriedenheit und Führungsstil


  • Hohe Zufriedenheit mit Vergütung und sozialen Leistungen
  • Gute Zusammenarbeit mit Kollegen
  • Hohe Jobsicherheit, wenig Bestrebungen, sich beruflich zu verändern
  • Gute Chefs sind souverän und zeigen Durchsetzungsfähigkeit, hören aber auch auf ihre Intuition


Allgemeine Arbeitszufriedenheit
Als wichtigsten Faktor ihrer Arbeitszufriedenheit erachten die Schweizer die Vergütung, mit der sich allerdings nur knapp jeder Zweite wirklich glücklich zeigt. Im europäischen Vergleich ist dies allerdings ein Spitzenwert: So empfindet in Deutschland und Italien nur jeder Dritte, in Frankreich nicht einmal jeder Vierte die Bezahlung im Job als angemessen. Als gut oder sehr gut bewerten 63 Prozent der Schweizer zudem die sozialen Leistungen, die sie von ihrem Unternehmen beziehen. In Deutschland, Italien und Frankreich sind damit nur etwa 40 Prozent zufrieden. Des Weiteren genießen mehr Schweizer als Deutsche, Franzosen oder Italiener gute Arbeitsbedingungen, Aufstiegschancen, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine ausgeglichene Work-Life-Balance.


Internationale Mitarbeiterbefragung Schweiz.

So gut wie nirgendwo sonst scheint in der Schweiz die Zusammenarbeit zwischen Kollegen zu klappen. Über 80 Prozent bestätigen ein gutes Miteinander an ihrem Arbeitsplatz. Auch die persönliche Beziehung zu ihrem Chef stufen 73 Prozent der Befragten als zufriedenstellend ein. Dazu trägt sicherlich auch der große Handlungs- und Entscheidungsspielraum bei, den knapp 70 Prozent der Schweizer an ihrem Arbeitsplatz zu schätzen wissen. Die allgemeinen Arbeitsbedingungen werden ebenfalls von rund drei Viertel der Befragten gut bewertet. 61 Prozent halten außerdem die Arbeitsbelastung für angemessen.

Berufliche Einstellungen
Im internationalen Vergleich ebenfalls herausragend antworteten die Schweizer zum Thema Jobsicherheit: 70 Prozent der Befragten scheinen sich grundsätzlich keine großen Sorgen um einen möglichen Verlust ihres Arbeitsplatzes zu machen. 53 Prozent sind zudem überzeugt, nach einem etwaigen Jobverlust schnell wieder eine neue Stelle finden zu können. Vor diesem Hintergrund würde für einen langfristig sicheren Arbeitsplatz auch nur jeder Fünfte weniger Bezahlung in Kauf nehmen. Nur wenn wirklich Arbeitslosigkeit droht, würden knapp 40 Prozent der Schweizer einen schlechter bezahlten Job akzeptieren.

Interessiert an einer beruflichen Veränderung ist derzeit aber nur jeder Fünfte. Und auch nur 30 Prozent ziehen einen Unternehmenswechsel in Betracht, sollte sich die Chance dafür bieten. Daher ist wohl die Bereitschaft, eigenes Geld und Freizeit in das weitere berufliche Fortkommen zu investieren, nur bei jedem Dritten vorhanden.

Führungsstil
In der Schweiz erwartet die große Mehrheit der Mitarbeiter von ihrem Chef Führungsstärke. Er sollte entscheidungsfreudig und durchsetzungsfähig sein und sich in jeder Situation souverän verhalten. Jeder Zweite verlangt zudem, dass sich sein Vorgesetzter in seinem Handeln nicht von abweichenden Vorstellungen oder äußeren Veränderungen beeinflussen lässt.

Nichtsdestotrotz machen in den Augen der Schweizer auch weichere Faktoren einen guten Chef aus: Drei Viertel der Befragten sind der Auffassung, dass sich eine Führungskraft auch von ihrer Intuition leiten lassen und nach Konsens streben sollte. Sie sollte Wert auf Gleichbehandlung, Solidarität und ein gutes Betriebsklima legen.

68 Prozent der Schweizer erwarten von ihrer Führungskraft Toleranz, 60 Prozent glauben, ihren Chef ohne weiteres kritisieren zu können. Dennoch scheint die Kritikfähigkeit bei den schweizerischen Führungskräften nicht ganz so stark ausgeprägt zu sein, wie in vielen anderen Ländern: Nicht einmal jeder Zweite glaubt, dass sein Chef sein Führungsverhalten oder die Arbeitszufriedenheit seiner Mitarbeiter über eine anonyme Mitarbeiterbefragung bewerten lassen würde.

Karrierefaktoren
Als Karrierefaktoren gelten in der Schweiz nach Angaben der Befragten vor allem das Fachwissen, die Arbeitsleistung sowie die berufliche Erfahrung. Als weniger entscheidend werden soziale Kompetenzen wie Flexibilität oder Teamgeist empfunden.

Internationale Mobilität
Für einen beruflichen Auslandsaufenthalt würden die Schweizer gerne in die USA, nach Kanada, nach Deutschland oder nach Frankreich gehen. Als Arbeitgeber in der Schweiz sind deutsche und amerikanische Unternehmen besonders willkommen.