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Länderporträts
Internationale Mitarbeiterbefragung

Arbeitszufriedenheit und Führungsstile im internationalen Vergleich


Im Rahmen einer überbetrieblichen internationalen Mitarbeiterbefragung hat das geva-institut 11.000 Berufstätige aus 25 Ländern zu verschiedenen Merkmalen ihrer Arbeitszufriedenheit sowie zum bevorzugten Führungsstil befragt. 

In unseren Länderporträts stellen wir Ihnen regelmäßig Auszüge aus den Befragungsergebnissen zu den Themen Arbeitszufriedenheit und Führungsstil in einem bestimmten Land vor.

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Internationale Mitarbeiterbefragung Schweden

Länderporträt Schweden


Arbeitszufriedenheit und Führungsstil


  • Vergütung hat hohen Stellenwert bei der allgemeinen Arbeitszufriedenheit
  • nur wenige identifizieren sich mit ihrem Unternehmen
  • hohe Jobsicherheit, optimistische Einschätzung der Jobchancen
  • wenig Bereitschaft, in berufliche Entwicklung zu investieren
  • motivierende, teamorientierte Führungskräfte, die nach Konsens streben, werden bevorzugt

 

Allgemeine Arbeitszufriedenheit
71 Prozent der Schweden bewerten die Vergütung als eines der wichtigsten Merkmale für ihre Arbeitszufriedenheit. Leider ist aber nur jeder Vierte - in Deutschland immerhin jeder Dritte - mit der Bezahlung in seinem Job zufrieden. Daher wird dieses Merkmal von den schwedischen Befragten auch als Hauptgrund für einen Unternehmenswechsel genannt. Zwei weitere wichtige Faktoren der allgemeinen Arbeitszufriedenheit sind für die Schweden das Betriebsklima und die Arbeitsinhalte, die zumindest mehr als die Hälfte der Befragten in ihrem Unternehmen als positiv bewerten. Außerordentlich gut scheint in Schweden die Zusammenarbeit mit den Kollegen zu klappen, wie drei Viertel der Befragten angaben.


Internationale Mitarbeiterbefragung Schweden.

Rund 60 Prozent der Schweden können sich mit ihrem Unternehmen und ihrem Job nur wenig identifizieren, beklagen darüber hinaus auf einem vergleichsweise hohen Freizeitniveau eine unausgewogene Work-Life-Balance. Die hohe Familienorientierung in Skandinavien spiegelt sich auch in dieser Befragung wider: Knapp 65 Prozent der Schweden, aber nur 40 Prozent der Deutschen, geben an, dass ihnen Familie und Freizeit wichtiger ist als ihre Karriere.

Berufliche Einstellungen
Die Jobsicherheit wird im skandinavischen Königreich als deutlich höher empfunden als Deutschland: drei Viertel der Schweden, aber nur zwei von drei Deutschen glauben ihren Job sicher. Fast 60 Prozent der schwedischen Befragten sind zudem überzeugt, nach einem etwaigen Jobverlust sehr schnell wieder einen neuen Arbeitsplatz finden zu können. Hierzulande sind nur 45 Prozent derart optimistisch.

Womöglich aus diesem Grund würde jeder zweite Deutsche - aber nur jeder achte Schwede - es akzeptieren, mehr zu arbeiten und weniger zu verdienen, wenn sich dadurch seine berufliche Zukunft verbessert. Daneben ist in Deutschland jeder Dritte bereit, eigenes Geld und Freizeit in sein berufliches Fortkommen zu investieren. In Schweden käme das nur für jeden Sechsten in Frage. Damit ist das Engagement, sich aktiv um die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu kümmern, unter den Schweden sehr viel schwächer ausgeprägt als bei den Deutschen.

Führungsstil
Sogenannte Alpha-Typen sind in Führungspositionen deutscher Unternehmen gerne gesehen: Über 80 Prozent der Arbeitnehmer erwarten hierzulande von ihren Chefs Entschlusskraft, Durchsetzungsstärke und Souveränität. Jeder Zweite will klaren Vorgaben folgen können. Vorgesetzte sollen außerdem Wert auf Wettbewerb und Leistung legen.

Nicht so in Schweden. Dort mag nur jeder Sechste von seinem Chef genaue Anweisungen erhalten. Genauso wenige Mitarbeiter betrachten es im Gegensatz zu jedem zweiten deutschen Kollegen als positiv, wenn sich ihr Vorgesetzter nicht von abweichenden Vorstellungen oder äußeren Veränderungen beeinflussen lässt. Stattdessen werden hier motivierende, teamorientierte Führungskräfte bevorzugt, die sich mehr von ihrer Intuition leiten lassen und vor allem nach Konsens streben. Sie sollen für Gleichbehandlung, Solidarität und ein gutes Betriebsklima sorgen. Alles in allem scheinen die meisten Schweden mit ihrer direkten Führungskraft zufrieden zu sein: Rund 60 Prozent geben an, eine gute Beziehung zu ihrem Chef zu haben und mit ihm gut zusammenarbeiten zu können. Über 65 Prozent sind auch mit dem ihnen zugewiesenen Handlungs- und Entscheidungsspielraum zufrieden. Die Entscheidungsprozesse im Unternehmen sowie den generellen Führungsstil bewertet allerdings nur etwa jeder Dritte positiv.

Schwedische Chefs scheinen darüber hinaus kritikfähiger zu sein als deutsche Manager: 63 Prozent wären nach Meinung ihrer Mitarbeiter dazu bereit, in einer anonymen Mitarbeiterbefragung ihr Führungsverhalten auf den Prüfstand zu stellen. In Deutschland trauen das nur 35 Prozent ihrem Vorgesetzten zu.

Karrierefaktoren
Als entscheidende Karrierefaktoren werden in Schweden die Arbeitsleistung, die Persönlichkeit des Einzelnen, seine berufliche Erfahrung sowie seine guten Beziehungen gewertet. Eine eher untergeordnete Rolle scheinen Faktoren wie Fairness und Teamgeist, oder auch Sprachkenntnisse und Mobilität zu spielen.

Internationale Mobilität
Wenn Schweden im Ausland arbeiten müssten, würden sie das am liebsten in England oder in den USA tun. 43 Prozent könnte sich auch mit Deutschland als neuer Heimat anfreunden. Bei einem ausländischen Arbeitgeber in Schweden bevorzugen die meisten ebenfalls angloamerikanische Unternehmen bzw. einen deutschen Arbeitgeber.