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Länderporträts
Internationale Mitarbeiterbefragung

Arbeitszufriedenheit und Führungsstile im internationalen Vergleich


Im Rahmen einer überbetrieblichen internationalen Mitarbeiterbefragung hat das geva-institut 11.000 Berufstätige aus 25 Ländern zu verschiedenen Merkmalen ihrer Arbeitszufriedenheit sowie zum bevorzugten Führungsstil befragt. 

In unseren Länderporträts stellen wir Ihnen regelmäßig Auszüge aus den Befragungsergebnissen zu den Themen Arbeitszufriedenheit und Führungsstil in einem bestimmten Land vor.

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Länderporträt Polen


Arbeitszufriedenheit und Führungsstil


  • Große Mehrheit zählt Vergütung zu ihren Top-5-Merkmalen der Arbeitszufriedenheit, aber weniger als ein Drittel ist mit Bezahlung zufrieden
  • Große Zufriedenheit mit Möglichkeit zum Engagement im Job sowie der Zusammenarbeit mit Kollegen
  • Hohe Bereitschaft, das Unternehmen zu wechseln
  • Vorgesetzte sollen entscheidungsfreudig sein


Allgemeine Arbeitszufriedenheit
Für rund 72 Prozent der befragten Erwerbstätigen in Polen gehört die Vergütung zu den Top-5-Merkmalen ihrer persönlichen Arbeitszufriedenheit. Allerdings sind nur 27 Prozent der Polen mit ihrem monatlichen Gehaltsscheck auch zufrieden. Während die finanziellen Anreize ihrer Berufstätigkeit für die Mehrheit der Polen also gering sind, dürfte die intrinsische Arbeitsmotivation deutlich höher ausfallen, denn rund 70 Prozent der Befragten zeigen sich mit den Inhalten ihrer Arbeit zufrieden oder sogar sehr zufrieden. 65 Prozent sehen darüber hinaus in ihrem Job die Möglichkeit, sich zu engagieren und rund 64 Prozent profitieren von der guten Zusammenarbeit mit ihren Kollegen. Wertgeschätzt wird in polnischen Unternehmen auch die Kundenorientierung, wie 65 Prozent der Befragten angeben, genauso wie die Qualitätsorientierung (61 Prozent).


Internationale Mitarbeiterbefragung Polen.

Berufliche Einstellungen
Obwohl sich 58 Prozent der befragten polnischen Angestellten mit ihrem Unternehmen identifizieren, würden 53 Prozent das Unternehmen wechseln, sobald sich eine passende Gelegenheit ergibt. Bei rund 72 Prozent würde eine bessere Bezahlung den Ausschlag geben. Bei 42 Prozent mag für den Unternehmenswechsel eine Rolle spielen, dass sie möglichst schnell Karriere machen möchten.

Im internationalen Vergleich fällt das berufliche Engagement der Polen vergleichweise gering aus: Nur 37 Prozent geben an, gewöhnlich mehr zu leisten, als verlangt wird. Genauso wenige (36 Prozent) würden für eine bessere berufliche Zukunft weniger Gehalt akzeptieren und mehr arbeiten. Weniger als 45 Prozent investieren eigenes Geld und Freizeit in ihr berufliches Fortkommen. Und nur 32 Prozent würden aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln.

Führungsstil
Aus Sicht von rund 70 Prozent der befragten Angestellten in Polen sollte eine Führungskraft entscheidungsfreudig und durchsetzungsfähig sein. Sie sollte Wert auf Wettbewerbsorientierung und Leistung legen. Darüber hinaus erwarten 85 Prozent  der Polen von ihren Vorgesetzten, dass sie sich in jeder Situation souverän verhalten, zukunftsorientiert handeln und nicht nur kurzfristige Unternehmensziele ins Auge fassen. Spontane Entscheidungen heißen nur 13 Prozent  für gut.

Hierarchien werden in Polen weitestgehend akzeptiert und nur von einem Fünftel als einschränkend empfunden. Dennoch möchte aber jeder zweite Pole möglichst selbstständig arbeiten und von seinem Chef nur grundlegende Handlungsrichtlinien erhalten. Darüber hinaus hofft die Hälfte der Befragten, dass ihre Vorgesetzter abweichende Vorstellungen sowie innovative Ideen zulässt. Toleranz setzen rund 55 Prozent der Befragten voraus. Nur 37 Prozent glauben jedoch, ihren Vorgesetzten bei unterschiedlichen Ansichten auch einmal kritisieren zu dürfen.

Karrierefaktoren
Zu den Karrierefaktoren zählen in Polen nicht nur die eigene Arbeitsleistung, die berufliche Erfahrung und das Fachwissen, sondern auch die guten Beziehungen und die Fähigkeit, sich zu präsentieren. Wenig von Bedeutung für eine weitere Stufe auf der Karriereleiter sind hingegen Fremdsprachen, interkulturelle Kompetenzen, Teamgeist und Fairness. Auch familiäre Herkunft oder Religion sind für die Berufswege der Polen kaum von Bedeutung.

Internationale Mobilität
"Wenn Sie in Ihrem Land für ein ausländisches Unternehmen arbeiten müssten, welche Nationalitäten würden Sie bevorzugen?" Für rund 73 Prozent der befragten Polen lautete die Antwort auf diese Frage USA oder England. 56 Prozent können sich auch ein deutsches Unternehmen vorstellen. Würde ein Umzug ins Ausland gefordert, würden 77 Prozent der Polen nach England gehen, 70 Prozent in die Vereinigten Staaten. Für Deutschland würden sich 51 Prozent der Befragten entscheiden.