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Länderporträts
Internationale Mitarbeiterbefragung

Arbeitszufriedenheit und Führungsstile im internationalen Vergleich


Im Rahmen einer überbetrieblichen internationalen Mitarbeiterbefragung hat das geva-institut 11.000 Berufstätige aus 25 Ländern zu verschiedenen Merkmalen ihrer Arbeitszufriedenheit sowie zum bevorzugten Führungsstil befragt. 

In unseren Länderporträts stellen wir Ihnen regelmäßig Auszüge aus den Befragungsergebnissen zu den Themen Arbeitszufriedenheit und Führungsstil in einem bestimmten Land vor.

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Japan Mitarbeiterbefragung

Länderporträt Japan


Arbeitszufriedenheit und Führungsstil


  • Nur 15 Prozent der Befragten sind mit Vergütung zufrieden.
  • Arbeitsinhalte sind wichtig, aber nur für wenige zufriedenstellend.
  • Verschiedene Führungsstile sind akzeptiert.
  • Eigene Arbeitsleistung ist Karrierefaktor Nr. 1.


Allgemeine Arbeitszufriedenheit
In der überbetrieblichen Mitarbeiterbefragung des geva-instituts zur Arbeitszufriedenheit in 25 Ländern bildet Japan vor China und Südkorea das Schlusslicht. Warum die Japaner mit ihrer Arbeit im Allgemeinen eher unzufrieden sind, resultiert aus unterschiedlichen Faktoren. Von besonderer Bedeutung ist das Thema Vergütung, das für 72 Prozent der Befragten zu den fünf wichtigsten Merkmalen ihrer Arbeitszufriedenheit zählt. Leider sind jedoch nur 15 Prozent auch tatsächlich mit dem, was sie verdienen, zufrieden. Die Tätigkeit beziehungsweise die Inhalte der Arbeit gehören für jeden zweiten Japaner zu den wichtigsten Zufriedenheitsmerkmalen. Aber auch hier fällt die Diskrepanz hoch aus: Nur jeder Dritte empfindet seine Arbeitsinhalte als zufriedenstellend.

Negativ bewertet die Mehrheit der Angestellten in Japan darüber hinaus das Betriebsklima, die Arbeitsbelastung und die Aufstiegsmöglichkeiten. Immerhin knapp ein Drittel zeigt sich zumindest mit der Zusammenarbeit mit den Kollegen und direkten Führungskräften, dem Handlungs- und Entscheidungsspielraum sowie dem Firmenimage zufrieden. Allerdings beeinflussen diese Merkmale nur bei einem kleinen Prozentsatz der Befragten den Grad der gesamten Arbeitszufriedenheit.


Internationale Mitarbeiterbefragung Japan.

Berufliche Einstellungen
Rund ein Drittel der befragten Japaner hat Angst, den Job zu verlieren. Etwa zwei Drittel glauben nicht, nach einem Jobverlust schnell wieder einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Gleichzeitig würden aber nur 16 Prozent für einen langfristig sicheren Arbeitsplatz ein niedrigeres Gehalt akzeptieren. Auch auf die Frage hin, ob sie weniger Geld und mehr Zeiteinsatz für eine bessere berufliche Perspektive akzeptieren würden, antworten nur 18 Prozent positiv. Eigenes Geld und Freizeit möchten lediglich rund 17 Prozent in ihr berufliches Fortkommen investieren.

Die Bereitschaft, für ein ausländisches Unternehmen, einen ausländischen Vorgesetzten oder unter einer weiblichen Führungskraft zu arbeiten, fällt in Japan im internationalen Vergleich auffallend gering aus.

Führungsstil
Bei der Frage, was als der ideale Führungsstil anzusehen ist, herrscht unter den befragten Japanern Uneinigkeit: Etwa die Hälfte erwartet von einer Führungskraft, dass sie den Mitarbeitern nur grundlegende Handlungsrichtlinien vorgibt und auch abweichende Vorstellungen sowie innovative Ideen zulässt. Rund 39 Prozent glauben hingegen, dass eine Führungskraft ihren Mitarbeitern eindeutige Anweisungen geben und sich in ihrem Handeln nicht von abweichenden Vorstellungen oder äußeren Veränderungen beeinflussen lassen sollte. Etwa die gleiche Zahl wünscht sich eine entscheidungsfreudige und durchsetzungsfähige Führungskraft. Spontane Entscheidungen sehen aber nur 13 Prozent der Befragten als Führungsqualität.

Die eigene Führungskompetenz dem Urteil der Mitarbeiter auszusetzen, scheint für die meisten japanischen Vorgesetzten undenkbar zu sein. Jedenfalls glauben nur 17 Prozent der befragten Angestellten, dass eine Führungskraft ihr Verhalten in einer anonymen Mitarbeiterbefragung bewerten lassen würde. Auch den eigenen Chef zu kritisieren, ist nur für 34 Prozent vorstellbar.

Karrierefaktoren
Zu den entscheidenden Karrierefaktoren zählt in Japan vor allem die Arbeitsleistung, wie 89 Prozent der Befragten angeben. Rund 62 Prozent halten daneben persönliche Beziehungen, Netzwerke und die Empfehlungen anderer als besonders karriereförderlich. Die familiäre Herkunft spielt jedoch so gut wie keine Rolle. Zwischen 56 und 58 Prozent der Befragten nennen daneben Fachwissen, Führungsqualitäten und die berufliche Erfahrung als wichtige Stützen auf der Karriereleiter.

Die eigene Persönlichkeit, Fairness und Teamgeist sind nur für weniger als ein Fünftel der Befragten mitentscheidend, um beruflich voranzukommen.

Internationale Mobilität
Stünde die Frage im Raum, für ein ausländisches Unternehmen zu arbeiten, würden 78 Prozent der Befragten in die USA gehen. England wäre für 56 Prozent ein Ziel, Australien und Kanada für etwa 44 Prozent. Nach Deutschland würden 38 Prozent der befragten Erwerbstätigen ziehen.

Als ausländischer Arbeitgeber bevorzugen 84 Prozent ein amerikanisches, 60 Prozent ein englisches und 48 Prozent ein deutsches Unternehmens. 41 Prozent würden einen französischen oder kanadischen Arbeitgeber wählen. Den Arbeitsvertrag eines chinesischen oder südkoreanischen Unternehmens würden nur 12 beziehungsweise 16 Prozent unterschreiben.