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Hüttenwerke Krupp Mannesmann
Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) gehören mit ihren Anteilseignern zu den führenden Stahlherstellern in Europa. HKM liefert ausschließlich Vormaterial von Brammen- und Rundstrangguss an die Gesellschafter Thyssen Krupp Steel AG, Salzgitter Mannesmann GmbH und Vallourec & Mannesmann Tubes S.A., die daraus in ihren Weiterverarbeitungsbetrieben Fertigprodukte jeglicher Art herstellen.
 

Gestärkt in den Aufschwung


(aus: Personalwirtschaft Ausgabe 11/2009)

Bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann wurde im Frühjahr 2009 die erste Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Und das trotz Kurzarbeit und Sparmaßnahmen. Der Aufwand hat sich gelohnt.


In wirtschaftlich schwierigen Zeiten neigen Unternehmen dazu, die Durchführung regelmäßiger Mitarbeiterbefragungen für ein oder zwei Jahre auszusetzen oder zumindest um einige Monate zu verschieben. Zu groß ist die Befürchtung, dass die Mitarbeiter negativ und wenig differenziert antworten, weil die allgemein schlechte Stimmung im Unternehmen alles überschattet. Oder das genaue Gegenteil könnte eintreten: Die Befragten beschönigen ihre Antworten, da sie aus Angst vor Kündigungen ein schlechtes Abschneiden ihrer Abteilung unbedingt vermeiden möchten. Wer sich nicht mehr traut, seine Meinung offen zu sagen, nimmt vielleicht auch gar nicht erst an einer Mitarbeiterbefragung teil. Letztlich bleibt dann die Frage offen, ob die Möglichkeit negativer beziehungsweise positiver Antworttendenzen und eine niedrige Rücklaufquote überhaupt Rückschlüsse aus den Befragungsergebnissen zulassen?

Neben diesen Vorbehalten stehen in Zeiten des allgemeinen Sparens natürlich auch die Ressourcen für eine Mitarbeiterbefragung auf dem Prüfstand. Es werden nicht nur die Kosten gescheut, viele Unternehmensleitungen haben auch das Gefühl, für eine Mitarbeiterbefragung momentan einfach keine Zeit zu haben. Alle sind zu sehr mit der Bewältigung der Krise beschäftigt. Jede zusätzliche Aktivität wird als Belastung empfunden, die man nicht auch noch schultern möchte. All diese Fragestellungen hat Anfang des Jahres auch die Geschäftsführung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) diskutiert. Das Stahlunternehmen hatte im Boomjahr 2008 beim Münchner geva-institut die erste unternehmensweite Mitarbeiterbefragung in Auftrag gegeben.

Dialog schaffte Vertrauen

Damals war noch nicht ersichtlich gewesen, dass zum geplanten Befragungszeitraum im Frühjahr 2009 die Produktion um 60 Prozent heruntergefahren und Kurzarbeit gemeldet sein würde. "Wir haben eine lange Diskussion geführt, ob wir die Mitarbeiterbefragung unter diesen Umständen durchführen oder nicht", erinnert sich Peter Gasse, Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor bei HKM. "Schließlich haben wir uns sehr intensiv dafür ausgesprochen, weil für uns die Frage entscheidend ist, wie es nach der Krise weitergeht. Eine Mitarbeiterbefragung ist keine Momentaufnahme, sondern langfristig ausgerichtet."

Bei krisenhaften Entwicklungen in einem Unternehmen gibt es aus langjähriger Projekterfahrung heraus zahlreiche Gründe, die für eine Mitarbeiterbefragung sprechen. So setzt eine solche Befragung immer ein Signal und zeigt den Mitarbeitern die Wertschätzung der Geschäftsführung: Die Meinung unserer Belegschaft ist uns wichtig! Und das auch dann, wenn zeitgleich harte Entscheidungen und Maßnahmen zu tragen sind. Das Aussetzen oder Verschieben einer regelmäßig durchgeführten Befragung kann hingegen das genaue Gegenteil bewirken: Misstrauen entsteht, Ängste werden geschürt. Die Mitarbeiter fühlen sich nicht gehört und unterstellen der Unternehmensleitung Gleichgültigkeit gegenüber ihren Interessen. Eine Mitarbeiterbefragung eröffnet hingegen den Dialog, wie bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann. Dort wurde die Entscheidung, ob man diese Befragung durchführt oder nicht, mit der gesamten Belegschaft diskutiert. Im Fokus stand dabei immer die Frage: Was hilft uns durch die Krise? "Natürlich bestanden Ressentiments gegen die Mitarbeiterbefragung an sich, denen muss man aber eigentlich bei jeder Erstbefragung begegnen", erklärt Gasse. "In Krisenzeiten minimieren sich diese Vorbehalte sogar, denn die Mitarbeiterbefragung wird stärker als Chance verstanden. In Zeiten der Hochkonjunktur hätten die Mitarbeiter vielleicht sogar negativer auf die Befragung reagiert und sich gefragt: Warum denn das jetzt schon wieder?"