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Länderporträts
Internationale Mitarbeiterbefragung

Arbeitszufriedenheit und Führungsstile im internationalen Vergleich


Im Rahmen einer überbetrieblichen internationalen Mitarbeiterbefragung hat das geva-institut 11.000 Berufstätige aus 25 Ländern zu verschiedenen Merkmalen ihrer Arbeitszufriedenheit sowie zum bevorzugten Führungsstil befragt. 

In unseren Länderporträts stellen wir Ihnen regelmäßig Auszüge aus den Befragungsergebnissen zu den Themen Arbeitszufriedenheit und Führungsstil in einem bestimmten Land vor.

Aktuelles Länderporträt: Tschechien / Bulgarien

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Mitarbeiterbefragung Tschechien Bulgarien

Länderporträt Tschechien / Bulgarien


Arbeitszufriedenheit und Führungsstil


  • Bulgaren mit Arbeit zufriedener als Tschechen.
  • Karriereambitionen der Bulgaren ebenfalls höher.
  • Vorgesetzte müssen Souveränität ausstrahlen.
  • Hohe internationale Mobilität.

Im Index der Allgemeinen Arbeitszufriedenheit, den das geva-institut im Rahmen einer internationalen überbetrieblichen Mitarbeiterbefragung in 25 Ländern erstellt hat, befinden sich die osteuropäischen Staaten Tschechien und Bulgarien im Mittelfeld.  Allerdings fällt die allgemeine Arbeitszufriedenheit der Bulgaren deutlich höher aus als die der Tschechen.

Allgemeine Arbeitszufriedenheit
Zu den wichtigsten Merkmalen ihrer Arbeitszufriedenheit zählt für die Mehrheit der befragten Tschechen und Bulgaren gleichermaßen die Vergütung und das Betriebsklima. Mit der Vergütung zufrieden sind jedoch jeweils nur rund ein Drittel der Befragungsteilnehmer, während das Betriebsklima mehr als die Hälfte als zufriedenstellend empfindet. Besonders zufrieden sind die tschechischen und bulgarischen Erwerbstätigen hingegen mit der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens, ihren Arbeitsinhalten und der Kunden- und Qualitätsorientierung ihres Arbeitgebers. Auch die Arbeitsbedingungen werden von über 50 Prozent positiv bewertet.
 

Internationale Mitarbeiterbefragung Tschechien.

Berufliche Einstellungen
Im internationalen Vergleich fallen die Bulgaren insbesondere durch ihre hohe Bereitschaft auf, eigenes Geld und eigene Zeit in ihr berufliches Fortkommen zu investieren. 63 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Weitere 58 Prozent geben an, alles daran zu setzen, möglichst schnell Karriere zu machen und auch für gewöhnlich mehr zu leisten, als von ihnen erwartet wird. Nur ein Drittel der Befragten gibt an, dass ihnen Familie und Freizeit wichtiger als die Karriere sind. 

Die Tschechen sind beruflich deutlich weniger ambitioniert als die Bulgaren: Nur 37 Prozent der Befragten investieren eigenes Geld und Freizeit in ihr berufliches Fortkommen. Nicht einmal die Hälfte glaubt, mehr zu leisten als erwartet wird, und nur 22 Prozent der Befragten wollen möglichst schnell Karriere machen.  In dieses Bild passt, dass für rund 55 Prozent der tschechischen Erwerbstätigen Familie und Freizeit wichtiger als die Karriere sind.

Führungsstil
78 Prozent der Angestellten bulgarischer Unternehmen erwarten von ihren Führungskräften, dass sie die Leistung eines Mitarbeiters höher bewerten als die persönliche Beziehung zu ihm. Diese Forderung stellen in Tschechien nur 57 Prozent der Befragten.  Mit einer Zustimmung von 90 Prozent (Bulgaren) bzw. 88 Prozent (Tschechen) sind sich die osteuropäischen Nachbarn aber zumindest darüber einig, dass sich ein Vorgesetzter in jeder Situation souverän verhalten, zukunftsorientiert handeln und nicht nur kurzfristige Unternehmensziele ins Auge fassen sollte. Entscheidungsfreude und Durchsetzungsfähigkeit sind daneben für 84 Prozent der Bulgaren und 85 Prozent der Tschechen weitere entscheidende Führungsqualitäten.

Uneinig sind sich die Befragten beider Länder hinsichtlich der von einer Führungskraft zu erwartenden Toleranz: Während 72 Prozent der Bulgaren dieser Grundhaltung zustimmen, wird diese nur von 35 Prozent der Tschechen gefordert.

Ihr Führungsverhalten über eine anonyme Mitarbeiterbefragung bewerten zu lassen, trauen in beiden Ländern nur wenige Angestellte ihren Vorgesetzten zu. Nur etwa 25 Prozent der befragten Bulgaren und 32 Prozent der Tschechen vermuten laut Befragungsergebnis die entsprechende Offenheit und Bereitschaft bei ihren Chefs.


Internationale Mitarbeiterbefragung Bulgarien.

Karrierefaktoren
Für Tschechen und Bulgaren zählen berufliche Erfahrung und die eigene Arbeitsleistung zu den wichtigsten Karrierefaktoren. Im Gegensatz zu vielen anderen untersuchten Nationalitäten der internationalen geva-Studie wurden in diesen beiden Ländern aber die Fähigkeit, sich gut zu präsentieren, gute Beziehungen bzw. Netzwerke und Empfehlungen durch andere sowie Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen als wichtige Stützen auf der Karriereleiter genannt. Das Fachwissen kommt bei den Bulgaren erst an fünfter, bei den Tschechen sogar erst an neunter Stelle.

Internationale Mobilität
84 Prozent der Bulgaren und 82 Prozent der Tschechen sind bereit, für ein ausländisches Unternehmen zu arbeiten. Die Bulgaren geben die USA, England und Deutschland als bevorzugte Nationalitäten ihres potenziellen Arbeitgebers an, die Tschechen wählen die gleichen Länder, setzen aber England an erste Stelle.

"Wenn Sie im Ausland arbeiten müssten, welche Länder würden Sie bevorzugen?" 73 Prozent der Tschechen nennen auf diese Frage wiederum England als Zielland Nummer eins. 66 Prozent der Bulgaren würden am liebsten in die USA ziehen. Deutschland ist für beide befragten Gruppen eine Alternative zu den bevorzugten angloamerikanischen Staaten.