Teilnehmer einer Mitarbeiterbefragung: Stichprobe oder Vollbefragung?
Nach rein methodischen Gesichtspunkten kann eine geeignete Stichprobe für eine Mitarbeiterbefragung ausreichend sein. Um ein allgemeines Meinungsbild im Unternehmen zu ermitteln ist jedoch eine Vollbefragung zu bevorzugen. Dann fühlen sich auch alle Mitarbeiter miteinbezogen und das Ergebnis findet eine breite Akzeptanz.
Die Grundgesamtheit einer
Mitarbeiterbefragung bilden alle Mitarbeiter eines Unternehmens. Unter Umständen ausgeschlossen werden können Mitarbeiter
- denen bereits gekündigt wurde,
- die seit sehr langer Zeit nicht arbeitsfähig sind,
- die sich im Mutterschutz oder in Elternzeit befinden,
- die gerade neu im Unternehmen sind oder die Abteilung/den Standort gewechselt haben.

Alle sollten sich in die Mitarbeiterbefragung miteinbezogen fühlen.
In der Unternehmensführung großer Unternehmen stellt sich oft die Frage, ob man alle Mitarbeiter befragen muss oder ob eine Stichprobe nicht ausreicht. Grundsätzlich gilt: Will man in einer Mitarbeiterbefragung nur einige Trends aufdecken, kann eine repräsentative Stichprobe genügen. Sollen jedoch Ergebnisse auf Abteilungsebene heruntergebrochen werden, stößt man mit einer Stichprobe schnell an Grenzen. Das gleiche gilt für thematische Teilergebnisse der Mitarbeiterbefragung, beispielsweise zur Führungsleistung. Denn hier kann es schnell problematisch werden, eine ausreichend große Stichprobe zu erheben, ohne die Anonymität der Befragten zu gefährden. Auf den ersten Blick mag eine Stichprobe kostengünstig erscheinen, es darf aber nicht vergessen werden, dass auch in die Erhebung einer repräsentativen Stichprobe Zeit und Geld investiert werden muss.
Vollbefragungen machen Mitarbeiterbefragung zur gemeinsamen Aktion
Wichtig zu sehen ist, dass bei einer Mitarbeiterbefragungen auch psychologische Effekte eine Rolle spielen. So bedeuten Vollbefragungen immer, dass alle Mitarbeiter befragt, gehört und damit in den Prozess miteinbezogen werden. Die Tatsache, dass Kollege A befragt wird, man selbst aber nicht, kann hingegen leicht zu einer ablehnenden Haltung gegenüber allem, was mit der Mitarbeiterbefragung zu tun hat, führen. Das erschwert beispielsweise den anschließenden Veränderungsprozess (Follow-up nach der Mitarbeiterbefragung). Daneben werden in einer Stichprobe oft genau diejenigen ausgewählt, die eigentlich gar keine Lust haben, während andere, die großes Interesse an der Mitarbeiterbefragung hätten, ausgeschlossen werden. Häufig vermuten die Mitarbeiter auch in der Auswahl der Befragten einen besonderen Hintergrund. Aus diesen Gründen führt das geva-institut vornehmlich Vollbefragungen durch.
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