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KARIN AUST
Kommunikation und Organisationsentwicklung
Hüttenwerke Krupp Mannesmann
 
Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) gehören mit ihren Anteilseignern zu den führenden Stahlherstellern in Europa. HKM liefert ausschließlich Vormaterial von Brammen- und Rundstrangguss an die Gesellschafter Thyssen Krupp Steel AG, Salzgitter Mannesmann GmbH und Vallourec & Mannesmann Tubes S.A., die daraus in ihren Weiterverarbeitungsbetrieben Fertigprodukte jeglicher Art herstellen.
 

"Wir wollen handeln - gerade weil Krise ist!" - Fortsetzung


Wie ist die Befragung dann verlaufen?

Die Befragungsmethode ermöglichte die Beantwortung des Fragebogens per Post oder in betrieblichen Wahllokalen. Die Beteiligung war zunächst schleppend. Nach vielfältigen Aufforderungen zur Teilnahme durch Führungskräfte und Betriebsräte war die Rücklaufquote gegen Ende aber dann doch sehr hoch. Die Befragung hatte im betrieblichen Alltag nach und nach einen hohen Stellenwert eingenommen, da man überall immer wieder daran erinnert wurde. Im Laufe der Zeit wurde auch deutlich, dass viele Mitarbeiter doch recht neugierig auf die Ergebnisse waren.

Welche Ergebnisse der Befragung haben für Sie einen besonderen Stellenwert?

In Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen und für eine Erstbefragung weiß ich die erreichte Beteiligungsquote von 63,5 Prozent sehr zu schätzen. Auch die Arbeitszufriedenheit ist mit 74,5 Prozent erfreulich hoch ausgefallen und die Aussagen der Mitarbeiter waren sehr differenziert. Die Hypothese, dass die Mitarbeiter eher alles negativ betrachten oder sogar alles beschönigen würden, hat sich nicht bewahrheitet. Es wurde von den Befragten deutlich gemacht, wo im Unternehmen Verbesserungsbedarf besteht - und zwar eher unabhängig von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation.

Und wie sind die Ergebnisse von den Mitarbeitern aufgenommen worden? Denken Sie, dass sich die Teilnahme an der Mitarbeiterbefragung positiv auf die allgemeine Stimmungslage ausgewirkt hat?

Es war uns wichtig, dass die Mitarbeiter die Ergebnisse zeitnah bekommen - auch dies war in einem Schichtbetrieb mit Kurzarbeit und Urlaubszeit nicht ganz einfach. Aber ein Vertrauen in positive Veränderungen durch eine Befragung kann nicht nur durch schriftliche Informationen gewonnen werden, sondern wird eher durch persönliche Gespräche der Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern geschaffen. Alles in allem war der ganze Trubel um die Mitarbeiterbefragung und die schließlich doch recht positiven Ergebnisse wirklich eine Art Stimmungsaufheller - zumindest gab es mal andere Nachrichten als die negativen Konsequenzen der Wirtschaftskrise.

Wie wird nun mit den gewonnenen Ergebnissen weitergearbeitet?

Transparent und unter Beteiligung der Mitarbeiter. In nächster Zeit liegt der Fokus sicherlich auf Ge-sprächsrunden und Arbeitsgruppen, die an Verbesserungen im betrieblichen Alltag arbeiten. Dort werden zunächst die Ergebnisse näher erläutert und dann der wichtigste Handlungsbedarf aus Sicht der Führungskräfte und Mitarbeiter abgeleitet. Die Handlungsfelder und geplanten Maßnahmen werden in eine zentrale Datenbank überführt, so dass über die laufenden Prozesse in regelmäßigen Abständen berichtet werden kann - an die Geschäftsführung wie an die Mitarbeiter der einzelnen Berichtseinheiten. Wichtig ist uns dabei, dass im Prozess der Konkretisierung des Handlungsbedarfs und bei der anschließenden Umsetzung von Maßnahmen eine gute Beratung und auch eine Unterstützung für die Führungskräfte und Mitarbeiter bereit stehen.

Wie bewerten Sie rückblickend die Durchführung einer Mitarbeiterbefragung in wirtschaftlich schlechten Zeiten?

Gerade in schlechten Zeiten ist eigentlich jeder mehr denn je daran interessiert, positiven Einfluss zu nehmen und zu handeln. Nach einer Zeit des Schocks und einer kurzen Lähmung bestand bei den Mitarbeitern das Bedürfnis, die Ärmel aufzukrempeln und etwas Sinnvolles zu tun. Wir wollen daher jetzt an den Themen arbeiten, die uns in schlechten wie auch in guten Zeiten Reibungsverluste kosten - sei es bei den Arbeitsabläufen, beim Betriebsklima oder durch ein fehlendes Vertrauen in die Führung.

Für uns war die Mitarbeiterbefragung letztlich ein sehr guter Schritt. Aber Unternehmen müssen für alle Phasen einer Mitarbeiterbefragung die benötigten Ressourcen - Menschen, Zeit und Geld - in Betracht ziehen.  Wenn diese nicht vorhanden sind und eine kleiner geschnittene Alternative nicht in Frage kommt, sollte man den Zeitpunkt der Befragung vielleicht verschieben. An erster Stelle steht, dass die Glaubwürdigkeit einer Mitarbeiterbefragung an ihrer tatsächlichen Umsetzung und an vorzeigbaren Verbesserungen im Anschluss hängt.